Rebel 3KL+ & Sigma TXLB+ auf Tour: Praxiserfahrungen der Community

Langzeiterfahrungen aus Touren und Expeditionen im Community-Einsatz

Nicht jedes Packraft zeigt seine Stärken beim ersten Probelauf. Manche Boote entfalten ihr Potenzial erst dann, wenn sie regelmäßig genutzt werden – mit Gepäck, über mehrere Tage, bei wechselnden Bedingungen.

 

Dieser Beitrag bündelt genau solche Erfahrungen: Rückmeldungen aus der Anfibio-Community, entstanden über rund zwei Jahre intensiven Einsatzes auf Flüssen, Seen und Expeditionen weltweit.

 

Rebel 3KL+ und Sigma TXLB+ sind keine Einsteigerboote im klassischen Sinn. Beide basieren auf bewährten Vorgängermodellen und wurden gezielt für längere Distanzen, hohe Zuladung und planbare Fahreigenschaften weiterentwickelt – jedoch mit deutlich unterschiedlichen Konzepten.

Zwei Tourenboote – zwei Denkansätze

Trotz ähnlicher Einsatzrichtung verfolgen die beiden Modelle unterschiedliche Philosophien:

 

Rebel 3KL+
Ein geschlossenes, tourenorientiertes Einer-Packraft mit Spritzdecke, langer Wasserlinie und ruhigem Lauf. Entwickelt für Paddler:innen, die Strecke machen wollen – unabhängig von Wetter und Jahreszeit.

 

Sigma TXLB+
Ein modulares Packraft mit verschließbarer Selbstlenzung, variabler Sitzposition und hoher Tragfähigkeit. Offen, geschlossen oder selbstlenzend nutzbar – konzipiert für Expeditionen, Bikerafting und wechselnde Anforderungen unterwegs.

Rebel 3KL+ – Effizienz über Distanz

Im Langzeiteinsatz bestätigt sich der Charakter des Rebel 3KL+: Es paddelt unaufgeregt, spurtreu und kraftsparend – besonders auf größeren Flüssen, Seen oder langen Verbindungsetappen.

 

Die verlängerte Wasserlinie reduziert Kurskorrekturen deutlich. Gerade bei Gegenwind oder beladenem Boot macht sich das bemerkbar. Die integrierte Spritzdecke schützt zuverlässig vor Wind, Spritzwasser und Auskühlung – ein Faktor, der auf mehrtägigen Touren schnell an Bedeutung gewinnt.

 

Gerhard Czerner, der beide Boote auf unterschiedlichen Touren genutzt hat, bringt es auf den Punkt:

„Man merkt erst auf langen Abschnitten, wie angenehm ein ruhiger Lauf ist. Wenn man nicht ständig korrigieren muss, bleibt mehr Energie für die eigentliche Tour.“

Auch mit umfangreicher Ausrüstung bleibt das Rebel ausgewogen. Gepäck lässt sich hinter dem Sitz, unter der Spritzdecke oder ergänzt durch zusätzliche Packs verteilen, ohne das Fahrverhalten negativ zu beeinflussen. Das Ergebnis ist ein sehr stabiles, fast kajakähnliches Gefühl auf dem Wasser.

Zwei Tourenboote – zwei Denkansätze

Das Sigma TXLB+ setzt bewusst auf Vielseitigkeit. Es ist kein Spezialist für eine einzige Disziplin, sondern ein Werkzeug für Touren, bei denen sich Rahmenbedingungen ändern können.

 

Die verschließbare Selbstlenzung ermöglicht den Wechsel zwischen ruhigem Wasser und bewegteren Passagen, ohne Umbau oder zusätzliche Komponenten. Die Sitzposition kann an Zuladung und Einsatzzweck angepasst werden. In Kombination mit Bodenmatte, Schenkelgurten und TubeBags entsteht ein erstaunlich stabiles und tragfähiges System.

 

Gerade beim Bikerafting zeigt sich diese Flexibilität deutlich:

„Mit dem Bike am Bug und dem restlichen Gepäck verteilt bleibt das Boot ruhig und kontrollierbar – auch über mehrere Tage.“

Das TXLB+ wird so vom leichten Einer bis zum vollwertigen Expeditions-Packraft skaliert.

Einsatzbeispiel: Bikerafting in den Gorges du Tarn

Eine mehrtägige Tour durch die Gorges du Tarn in Südfrankreich verdeutlicht die Praxisrelevanz dieser Eigenschaften.

 

Gravel-Passagen über das Hochplateau der Causses, Hitze und lange Distanzen wechseln sich ab mit Paddeltagen auf dem tief eingeschnittenen Tarn – bis zu 500 Meter hohe Felswände, klares Wasser, wechselnde Strömung.

 

Bike, Paddel, Camping- und Sicherheitsausrüstung müssen zuerst auf dem Rad, später sicher im Boot transportiert werden. Gerhard beschreibt einen Moment, der vielen Bikeraftenden vertraut ist:

„Mich fasziniert immer wieder, dass alles für zwei Sportarten aufs Bike passt – und später stabil im Boot liegt.“

Auf dem Wasser profitieren beide Modelle von ihren langen, gutmütigen Rümpfen. Selbst mit Bikes am Bug bleiben sie spurtreu und ruhig. Leichte Schwälle, Zahmwasser und lange Flussbögen lassen sich entspannt paddeln – mit Zeit für Landschaft statt Materialmanagement.

„Man hat Zeit, die Landschaft auf sich wirken zu lassen – die Geier über einem, die Felsen neben einem.“

Langstreckeneinsatz jenseits Europas

Langzeiterfahrungen aus Südamerika zeigen das Sigma TXLB+ in einem noch breiteren Einsatzspektrum: ruhige Seen, Flüsse mit Stromschnellen, lange Küstenetappen, so Sven Schellin:

„Ich habe das Boot in sehr unterschiedlichen Umgebungen genutzt – vom See bis zum Meer.“

Mit hoher Zuladung bleibt das Fahrverhalten kontrollierbar, während Schenkelgurte und zentrale Sitzposition in engeren Passagen ausreichend Kontrolle bieten. In offenen Gewässern überzeugt der gleichmäßige Geradeauslauf, in engeren Flusspassagen sorgen zentrale Sitzposition und Schenkelgurte für präzise Kontrolle. Die Selbstlenzung erweist sich in bewegtem Wasser als klarer Vorteil, da kein Spritzdeckenschlauch montiert werden muss und Wasser schnell abläuft.

„Sechs größere Stromschnellen auf einem Abschnitt – zwei Umtragungen, der Rest war fahrbar.“

Praxiseinsatz: Norwegen – Alltag, Fluss und Fjord

Ein weiteres Langzeitszenario stammt aus Norwegen, wo Tim Hildesheim das Rebel 3KL+ über rund zehn Monate hinweg regelmäßig nutzte – vom Frühjahr bis in den Winter. Der Fokus lag dabei weniger auf einzelnen Expeditionen, sondern auf spontanem, alltäglichem Einsatz aus dem Camper heraus.

Entscheidend war für ihn vor allem die Kombination aus geringem Gewicht, kompaktem Packmaß und schneller Einsatzbereitschaft. Das Packraft ließ sich problemlos im Fahrzeug verstauen und innerhalb weniger Minuten aufbauen – ein klarer Vorteil, wenn sich Gelegenheiten kurzfristig ergeben.

„Egal ob Fluss, kleiner See oder Fjord – ich konnte spontan aufs Wasser, ohne große Vorbereitung.“

Auf norwegischen Flüssen mit Strömung und einzelnen Wildwasserpassagen zeigte sich das Rebel 3KL+ wendig und zugleich gutmütig. Auch bei Wellen blieb das Boot stabil und berechenbar, was insbesondere bei wechselnden Bedingungen Sicherheit vermittelte.

„Das Boot ist sehr stabil, auch wenn es welliger wird. Bisher bin ich nicht gekentert.“

Angeln auf dem Fjord – stabiles Fahrverhalten und Sicherheit auch bei kühleren Bedingungen

Neben Flusstouren kam das Packraft regelmäßig beim Angeln auf Fjorden zum Einsatz. Wo Uferzugang oft eingeschränkt ist, eröffnete das Rebel neue Möglichkeiten, bestimmte Bereiche sicher zu erreichen. Auch bei kühleren Temperaturen und außerhalb der klassischen Saison wurde das Boot genutzt – stets angepasst an Wetter und Windverhältnisse.

„Solange die Bedingungen passen, fühle ich mich im Rebel sicher auf dem Wasser.“

Gerade dieser langfristige, vielseitige Einsatz zeigt eine weitere Stärke des Rebel 3KL+: Es funktioniert nicht nur auf geplanten Touren, sondern auch im Alltag – als leichtes, zuverlässiges Wasserfahrzeug, das spontan genutzt werden kann, ohne hohen logistischen Aufwand.

Zwei Jahre Praxis – was bleibt?

Nach rund zwei Jahren intensiver Nutzung lassen sich einige Punkte klar festhalten:


• Die Plus-Materialien haben sich als langlebig und robust erwiesen
• Hohe Zuladung ist für beide Modelle problemlos handhabbar
• Ruhiges Fahrverhalten zahlt sich besonders auf langen Etappen aus
• Die jeweiligen Konzepte sind klar definiert – und funktionieren genau dafür

 

Oder, wie es ein Nutzer formuliert:

„Man steigt ein, paddelt los und denkt an die Tour – nicht an das Boot.“

Welches Modell passt zu wem?

Rebel 3KL+

• Für lange Touren mit Fokus auf Distanz
• Für Paddler:innen, die Wetterschutz schätzen
• Für ein ruhiges, effizientes Fahrgefühl nahe am Kajak

Sigma TXLB+

• Für Expeditionen, Bikerafting und hohe Zuladung
• Für wechselnde Bedingungen und flexible Setups
• Für maximale Anpassbarkeit unterwegs

Schlussgedanke

Rebel 3KL+ und Sigma TXLB+ sind keine Allrounder für jeden Zweck – sondern konsequente Antworten auf unterschiedliche Anforderungen im Touren- und Expeditionsbereich.

Wie so oft zeigt sich: Wirklich gute Packrafts müssen nicht auffallen. Sie müssen funktionieren – zuverlässig, über Zeit und unter realen Bedingungen.

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